Liebe Lesende,
zu viele Tage sind schon wieder ins Land gezogen, in denen ich nichts geschrieben habe. Es tut mir leid, ich komme zu nichts. Wieder waren die Wochen gefüllt von Lernen und Tests. Außerdem ist mein Freund Ján aus Deutschland (/Japan/Amerika – lange Geschichte, aber er studiert in Deutschland und spricht auch Japanisch) zu Besuch gekommen. Letzte Woche haben wir ein bisschen Sightseeing in Kyoto gemacht – natürlich nach der Uni. Der Unterricht ging noch bis zum 25.12. Das heißt, dass ich auch an Weihnachten im Klassenzimmer sein musste. Nach dem Unterricht an Heiligabend, bin ich mit Ján ins Immigration Center gefahren, um mein Visum verlängern zu lassen. Das war erstaunlich einfach und ging sehr schnell. Ich habe mein neues Visum zwar noch nicht, aber es ist in Bearbeitung. Danach sind wir uns den Kiyomizu-dera angucken gefahren. Einen berühmten Tempel in der Nähe von Gion (dem Geisha-Viertel). Leider wird derzeit gebaut und deswegen war der Tempel selbst nicht so schön, dafür der Blick auf Kyoto umso mehr. Am Ende waren wir noch Okonomiyaki in Kawaramachi essen. Das ist eine Art salziger japansicher Pfannkuchen mit Gemüse. Ich danke an dieser Stelle allen die an Weihnachten an mich gedacht haben und mir mit Geschenken oder lieben Worten eine Freude gemacht haben!

Kiyomizu-dera im Umbau 


Blick auf Kyoto von Kiyomizu-dera 
Blick 02
Mittlerweile sind Ján und ich ein bisschen auf Reisen. Wir waren in den letzten Tagen in Yokohama und in Tokyo. In Tokyo haben wir u. a. Fugu gegessen – den berühmtberüchtigten japanischen, giftigen Kugelfisch. Bei falscher Zubereitung kann man an dem Gift sterben. Heutzutage ist es aber total ungefährlich Fugu zu essen, wenn man zu einem Koch mit Lizenz geht. Das haben wir gemacht und (Überraschung:) sind nicht gestorben! Es war ein bisschen teuer, aber wir wollten es gerne mal ausprobiert haben. Leider habe ich vergessen Fotos zu machen.

Yokohama 
Yokohama 
Yokohama 
Yokohama 
Foto mit Hashiko, den berühmten treuen Hund – leider kann man ihn kaum sehen 
Ján auch mit Hashiko 
Und hier Hashiko in HQ alleine 
Shibuya Crossing 
Godzilla überfällt Tokyo erneut – wir konnten uns gerade so retten 
Selfie mit dem Tokyo Tower
Heute sind wir in Nikko angekommen – eine touristische Gegend in den Bergen. Hier liegt Schnee und Eis und es ist auf jeden Fall kälter als in Kyoto. Ich würde aber sagen auszuhalten. Die Leute, denen wir bisher hier begegnet sind, sind alle über die Maßen nett! Das mag auch damit zusammenhängen, dass Ján Japanisch sprechen kann. Unsere Gastgeber in unserer Unterkunft wollen morgen mit uns zu einem Schrein für Neujahr gehen und am 1.1. mit uns Mittag essen und abends Hotpot (in Japan bekannt als Nabe) kochen. In China war ich nicht der größte Fan von Hotpot (in Grundzügen einfach heißes Wasser oder Brühe, in das/die verschiedene Zutaten geworfen werden), aber ich lass mich gerne überraschen. Außerdem hat uns der Mann der Vermieterin ein Stück mit dem Auto mitgenommen, unser Geschirr abgewaschen, uns Tipps gegeben und sein Bier mit uns geteilt. Wirklich unglaublich nett!

Da wir mit dem Sightseeing hier erst beginnen, kann ich weiter noch nicht viel von Nikko berichten. Ein Update folgt bestimmt. Ich würde zum Jahresende (hier sind wir ja jetzt schon am letzten Tag des Jahres angekommen) noch klassischerweise das Jahr 2019 kurz Revue passieren lassen: Dieses Jahr hatte es wirklich in sich – in jeglicher Hinsicht – und ich bin so froh, dass es vorbei ist! Es war auf jeden Fall eines der wichtigsten Jahre in meinem Leben, aber auch gefühlt das Anstrengendste bisher. Ich habe unglaublich viele Chancen bekommen und ich konnte viele nützliche Erfahrungen sammeln. Dazu gehören ein Vortrag auf einer Konferenz in Washington, ein Beitrag zu einem Vortrag bei einer Konferenz in Leipzig, das Absolvieren vieler Kurse, eine neue Arbeitsstelle an meinem Institut, mein Aufenthalt in Japan usw. usw. Dass ich das alles machen konnte, bedeutete aber auch viel Arbeit. Im Monat vor meiner Abreise nach Japan habe ich jeden Tag mindestens acht Stunden einfach nur in meinem Zimmer gesessen und Hausarbeiten geschrieben. Vorträge bereiten sich auch nicht von alleine vor, noch dazu kam Stress außerhalb von Uni und Arbeit. Ich habe Leute kennengelernt, für die ich sehr dankbar bin, aber auch den Kontakt zu welchen verloren.
Alles ist bestimmt aus einem Grund passiert und für die guten, wie auch die schlechten Dinge die passiert sind, bin ich daher dankbar. Dennoch hoffe ich darauf, dass 2020 ein einfacheres und entspannteres Jahr wird. Allerdings bin ich mir dessen nicht so sicher, weil in diesem unter anderem die Masterarbeit anstehen sollte. Außerdem wäre es gut zu wissen, was ich nach dem Studium machen möchte (oder kann?), was mich grade noch etwas umtreibt. Aber alles wird sich zeigen.

Ich hoffe euer Jahr 2019 war so von Leben erfüllt wie meins. Rutscht gut rein in das neue Jahr!
Liebe Grüße,
Jule
Liebe jule…Ich wünsche alles gute für 2020.das alle deine Wünsche in Erfüllung gehen.weiterhin viel Erfolg und freude.ich lese deine berichte sehr gerne und nehme mit freude daran teil. Es grüsst dich herzlichst bärbel schulemann – vorlesen i.d. Bücherei basdorf-.
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Liebe Bärbel,
vielen Dank für die lieben Wünsche! Ich wünsche Dir auch nur das beste für das neue Jahr 2020!
Viele Grüße,
Jule
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Liebe Jule, wir zwei kennen uns über die gemeinsame Freundin Christine, sie hat uns einander vorgestellt.
Ich durfte daher bis heute alle Ihre Kommentare lesen, worüber ich mich sehr freue. Ich lerne ein Land kennen, dessen Namen ich nur kenne, mehr nicht. Das hat sich inzwischen geändert. Ganz besonders gefällt mir Ihre optimistische Einstellung zu fast allem, selbst zu nassen Strümpfen und Schuhen. Sehr oft kann ich schmunzeln. Ich danke Ihnen dafür und wünsche Ihnen, dass viele Ihrer Wünsche und Vorstellungen in Erfüllung gehen. Seien Sie immer gut beschützt und verlieren Sie bitte nicht die Lust, uns ganz ganz viel zu berichten. An das Lernen muss man Sie ja nicht erinnern.
Seien Sie herzlich gegrüßt von Helga aus Berlin
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Liebe Helga,
vielen Dank für die vielen lieben Worte! Gerne dürfen Sie mich auch duzen. Ich versuche so weiterhin viel zu berichten, nur komme ich manchmal nicht hinterher und bitte daher um Nachsicht, wenn es mal etwas länger dauert.
Viele Grüße zurück aus Kyoto,
Jule
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