Liebe alle,
rasant geht es auf Weihnachten und auf das Ende des Semesters zu. Es sind nur noch ca. acht Wochen bis zur letzten Vorlesungswoche. Es ist Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Gefühlt haben wir vor drei Wochen erst mit dem Unterricht begonnen. Dass das Semester so schnell vorbei geht, macht mir auch ein bisschen Angst. Ich bin noch nicht bereit zurück nach Deutschland zurückzukehren. Aus diesem Grund habe ich mich dafür beworben, ein weiteres Semester an der Ritsumeikan University bleiben zu können. – Und mit Erfolg! Ich werde also nicht wie geplant im Februar nach Berlin zurückkehren, sondern erst nächstes Jahr im Sommer. Jippie! Davor muss allerdings mal wieder ein bisschen Papierkram erledigt werden. Hoffentlich geht das alles glatt von der Bühne.

Was ist ansonsten in den letzten beiden Wochen passiert? Vor zwei Wochen war mal wieder Sightseeing angesagt und wir sind nochmal nach Arashiyama, Gion, Kawaramachi und Kinkaku-Ji gefahren. Besonders bei ersterem konnte man, wie es die Japaner so gerne machen, den Herbst in seiner vollen Pracht und mit all seinen Farben bestaunen. Ich habe mich wie immer besonders an dem Komorebi (Licht dass durch Blätter fällt) gefreut.




Komorebi
Außerdem sind wir auch zur Burg Nijo gefahren. Sie war allerdings ziemlich teuer und außerdem war das größte Gebäude wegen Bauarbeiten geschlossen. Auch meine Fotos von Gion waren eine Enttäuschung, denn ich hatte meine Kamera vergessen und mein Handykamera ist bei Nacht noch untauglicher als bei Tag. Mir hat das Handy angezeigt, dass man den Turm in Gion sehen kann, aber auf den Fotos sieht man nur schwarz…

Kinkaku-ji 
Fast das einzige Foto was ich in der Nijo Burg gemacht habeW 
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts… auch keinen Turm 
Wenigstens ein mehr oder weniger gelungenes Bild von unserem abendlichen Ausflug nach Gion
Naja, macht nichts! Die wahre Erinnerung ist jetzt in meinem Kopf gespeichert.
Dieses Wochenende sind wir dann nach Osaka gefahren. Hauptgrund dafür war, dass wir zum deutschen Weihnachtsmarkt wollten. Ja, richtig gehört, es gibt auch einen hier in Japan. Sogar mit überteuerten gebrannten Mandeln, Bratwurst und Glühwein. War schon nett, muss ich sagen. Zum Weihnachtsmarkt sind wir jedoch erst abends gegangen. Davor sind wir einfach ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Osaka ist viel moderner als Kyoto. Das ist gefühlt wie wenn man von Lübben nach Berlin fährt. Auf einmal gibt es große Straßen, die (total cool) kreuz und quer laufen und blinkende Anzeigen. Es hat mir echt gut gefallen, aber ich bin froh, dass ich in Kyoto wohne.

Weiterhin haben wir am Samstag und Montag je ein Konzert besucht. Ersteres war eine Einladung einer meiner Lehrerinnen. In ihrer Kirche gab es ein Weihnachtskonzert mit Cello und Piano. Das letzte Lied, dass gespielt wurde war ‚Stille Nacht‘ und da der Liedtext in Hiragana (also die einfache Silbenschrift, die wir lesen können) geschrieben war, konnten wir auch in Japanisch mitsingen. Das war aber auch das einzige Lied bei dem gesungen wurde. Ansonsten lauschten wir nur dem Klavier und dem Cello. Es war echt schön. Danach gab es noch im Gemeinderaum Tee und Süßigkeiten. Bevor wir gingen, zwang mich meine Lehrerin quasi noch mit der Pianistin zu reden, da diese ein paar Jahre in Deutschland studiert hat. Da wir aber beide nicht wirklich wussten was wir sagen sollten, war es aber hauptsächlich ein ziemlich peinliches Gespräch. Danach sollte ich noch mit dem Pfarrer reden. Meine Lehrerin, Fujiwara-Sensei, wusste nämlich, dass mein Vater auch (der einfachheitshalber habe ich gesagt) Pfarrer ist, da ich meine Familie im Unterricht auf Japanisch vorstellen musste. Ich glaube aus diesem Grund wollte sie mich auch besonders bei dem Konzert dabeihaben.
Ein weiteres Klassikkonzert folgte dann gestern. Mein Freund Isaac ist als ehemaliger Klavier-Student ein großer Freund klassischer Konzerte. Über eine Freundin von ihn haben wir von einem Konzert des Orchesters und Chores der Graduiertenschule der Kyoto City University gehört. Dort sind wir also hin. Es war schon ziemlich cool, besonders weil wir freie Sitzplatzwahl hatten. Der erste Teil war perfekt für mich – sehr kurzweilig. Der zweite Teil war aber für uns alle ein bisschen zu lang (außer für Isaac vielleicht). Ich persönlich brauche immer etwas zu tun, wenn ich Musik höre, weswegen ich nicht soooo gerne zu klassischen Konzerten gehe. (Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch mal gerne klassische Musik höre. Manchmal beim Arbeiten, auf dem Weg zur Uni, beim Aufstehen oder einfach so, kommt es schon mal vor, dass mir nach klassischer Musik ist). War aber alles in allem aber trotzdem sehr schön und das Orchester war sehr gut. Übrigens wurde ausschließlich Musik deutscher Komponisten gespielt. 😊

So viel zu meinem späten Update. Das nächste folgt bestimmt – wann weiß ich allerdings noch nicht genau.
Alles Gute,
Jule
P.S.: Das versprochene Foto von der Schlange für den Bus an der Ritsumeikan University – hier noch ziemlich kurz. Vielleicht mache ich irgendwann nochmal ein Besseres!


















Liebe Jule,
herzliche Weihnachtsgrüße senden wir dir nach Japan!
Wir freuen uns mit dir, dass du noch länger bleiben kannst und wünschen dir weiterhin eine tolle Zeit!
Liebe Grüße
Dorothea, Thomas, Murdo und Beate
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Liebe alle,
vielen Dank für diese Grüße! Für die Weihnachtsgrüße zurück ist es jetzt schon ein bisschen spät, aber ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Viele Grüße,
Jule
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